Mathematik-Wettbewerbe und Pluskurs Mathematik

Konzept der Pluskurse am Vormittag

Auch in diesem Schuljahr bietet das Ammersee-Gymnasium Vormittagskurse zur Begabungsförderung an. Es handelt sich um die Fortsetzung eines Modellprojekts zur Weiterentwicklung des Gymnasiums, das vom bayerischen Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) unterstützt wurde. Eine Broschüre des ISB informiert über unser Projekt (S.32-33) sowie weitere, an anderen bayerischen Gymnasien erprobte Konzepte.

Die Einrichtung ambitionierter Pluskurse scheitert häufig daran, dass geeignete Schülerinnen und Schüler neben ihren vielen anderen Verpflichtungen keine Zeit am Nachmittag für einen anspruchsvollen Wahlunterricht finden. Daher soll ihnen ermöglicht werden den regulären Unterricht ihrer Klasse am Vormittag zu verlassen, um an einem Kurs zur Begabtenförderung teilzunehmen.

Für die Teilnahme an anspruchsvollen mathe­matischen Schülerwettbewerben benötigen auch begabte Schülerinnen und Schüler ein Repertoire an Herangehensweisen und Beweistechniken, das im regulären Unterricht zu wenig entwickelt werden kann. Im Pluskurs Mathematik sollen sich die Teilnehmer zunächst mit unterschiedlichen Lösungsstra­tegien für mathematische Problem­stellungen beschäftigen, um diese an Wettbewerbsauf­gaben aus früheren Jahren zu erproben. Ziel des Kurses sind unter anderem erfolgreiche Teilnahmen am Landes- bzw. Bundeswettbewerb Mathematik, der Mathematik-Olympiade und dem Bolyai-Teamwettbewerb.

Die folgenden Artikel zeigen die Erfolge der individuellen Begabungsförderung. Viele Pluskurs-Teilnehmer erzielten herausragende Ergebnisse in landes- und bundesweiten Wettbewerben.

Der Pluskurs Mathematik in Corona-Zeiten: Maximilian Gleiser erreicht Bundesrunde

Im zweiten Halbjahr des Schuljahrs 2019/20 musste der Pluskurs Mathematik Corona-bedingt pausieren.

Mathematik-Wettbewerbe, die im ersten Schulhalbjahr stattgefunden haben, konnten jedoch vor der Schulschließung noch durchgeführt werden. Dabei waren nicht nur die Teilnehmer des Pluskurses Mathematik beteiligt, sondern auch weitere Schülerinnen und Schüler des ASG.

Schon im Herbst startete die diesjährige Mathematik-Olympiade mit der Regionalrunde, bestehend aus einem Hausaufgaben- und einem Klausur-Wettbewerb. Vier der Teilnehmer vom ASG, Maria Steininger, Tobias Letzel, Katharina Töpfer und Maximilian Gleiser, erreichten dabei die Landesrunde und wurden nach Augsburg bzw. Passau eingeladen. Dort hatten sie die Gelegenheit, sich mit den besten Mitstreitern aus ganz Bayern zu messen. Auch Leopold Kögl und Michael Sigl waren in den ersten Runden sehr erfolgreich. Katharina Töpfer hat darüber hinaus in diesem Schuljahr ein Seminar in Pleinfeld im Rahmen der Spitzenförderung Mathematik in Bayern besuchen dürfen, zu dem nur besonders begabte Schülerinnen und Schüler eingeladen wurden.

Maximilian Gleiser ist aufgrund seiner herausragenden Leistung in die Auswahl für die Bundesrunde gelangt. Corona-bedingt konnte diese nicht zentral veranstaltet werden. Maximilian durfte die beiden Wettbewerbs-Klausuren vor Ort am ASG bearbeiten. Diese Möglichkeit erhielten jahrgangsstufenübergreifend in Bayern nur 15 Schülerinnen und Schüler, was die Leistung eindrucksvoll in Perspektive setzt.

Manche Pluskurs-Teilnehmer nahmen sich darüber hinaus noch Zeit, zum Landeswettbewerb Mathematik anzutreten. Besonders erfolgreich gelang dies Constantin Fleischer, der zur zweiten Runde zugelassen wurde und sich mit noch anspruchsvolleren Problemstellungen auseinandersetzen durfte.

Am meisten Spaß macht den Schülerinnen und Schülern aber die Zusammenarbeit im Team: Beim ungarischen Bolyai-Wettbewerb können 3er- und 4er-Gruppen antreten, um gemeinsam 14 mathematische Knobelaufgaben in nur 60 Minuten möglichst gut zu lösen. Auch dabei schlugen sich die ASG-Schülerinnen und ASG-Schüler wieder sehr erfolgreich: In der bayrisch-thüringischen Konkurrenz wurden von allen Gruppen Plätze im oberen Viertel belegt, das bewährte Team um Maximilian Gleiser, Sebastian Lempik und Michael Sigl belegte sogar einen zweiten Platz unter weit über 100 teilnehmenden Teams. Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch!

Silber für ASG-Team im internationalen Finale 2018 in Budapest

Vier Schüler des Ammersee-Gymnasiums, Lukas Franke, Maximilian Gleiser, Sebastian Lempik und Michael Sigl, haben 2018 den zweiten Platz im internationalen Finale des Bolyai-Mathematikwettbewerbs erzielt. Nachdem sie sich bereits zu Beginn des Jahres als erfolgreichstes deutsches Team in ihrer Altersstufe qualifiziert hatten, stellten sie ihre mathematischen Fähigkeiten auch in der Endrunde am 23. Juni in der ungarischen Hauptstadt unter Beweis.

Lukas Franke, Sebastian Lempik, Maximilian Gleiser und Michael Sigl im internationalen Finale in Budapest
Kursleiter Stefan Reiter mit dem erfolgreichen Team

Teilnehmer aus Rumänien, Österreich, Ungarn und Deutschland traten in Budapest jeweils in Vierer-Teams gegeneinander an. Um besonders erfolgreich zu sein, mussten die Schüler nicht nur anspruchsvolle logische und geometrische Problemstellungen bewältigen, sondern sich im Team auch mit ihren Stärken ergänzen und jeweils auf gemeinsame Lösungen einigen. Das gelang den vier Dießener Klassenkameraden wieder so gut, dass sie sich schließlich nur dem ungarischen Team geschlagen geben mussten.

Die Aufregung steigt: Das internationale Finale beginnt

Als Vize-Europameister in ihrer Altersgruppe erhielten sie Silber-Medaillen, Sachpreise und eine Ehrung durch einen Staatssekretär aus der ungarischen Regierung in einer stimmungsvollen Abschlussveranstaltung.

Der wichtigste Preis war aber bereits die Einladung in die ungarische Hauptstadt gewesen: Zusammen mit den Schülermüttern Frau Gleiser und Frau Stegmüller, welche das ASG-Team dankenswerter Weise begleiteten und eine erste Stadtführung organisierten, und mit Herrn Reiter, dem Betreuer des Mathematik-Pluskurses am Ammersee-Gymnasium, erlebten die Schüler ein abwechslungsreiches Wochenende. Dank großzügiger Unterstützung durch den Förderverein des ASG und durch das bayerische Staatministerium für Unterricht und Kultus konnte die Reise finanziert werden.

Alle Teilnehmer des internationalen Finales im ungarischen Parlament

Die Veranstalter des nach einem ungarischen Mathematiker benannten Wettbewerbs, vor allem Lehrkräfte aus Ungarn und Deutschland, wollen die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen europäischen Ländern mit besonderer mathematischer Begabung nicht nur fördern, sondern für die Jugendlichen aus Mittel- und Osteuropa auch Kontaktmöglichkeiten schaffen. Deshalb wurde in Budapest ein Rahmenprogramm mit interessanten Unternehmungen wie einer Führung durch das ungarische Parlament, dem Besuch eines Wissenschaftsmuseums oder einer Tretkutschenfahrt auf der Margareteninsel geboten.

So kehrten die vier Achtklässler erschöpft, aber mit unvergesslichen Eindrücken an den Ammersee zurück, und bereits jetzt mit dem festen Vorsatz, im nächsten Jahr wieder erfolgreich an dem Wettbewerb teilzunehmen, um ein weiteres Mal zum Finale nach Budapest eingeladen zu werden.

Großer Wettbewerbserfolg im Schuljahr 2017/18: ASG-Team ist Bundessieger!

 „Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit ist ein ganz zentraler Wert unseres Lebens.“ lautet das Motto des Internationalen Mathematik- Teamwettbewerbs „Bolyai“ mit weit über 100 000 Teilnehmern in ganz Mitteleuropa. Während sich bei anderen Wettbewerben im Fach Mathematik Einzelkämpfer auf die Suche nach Lösungen machen, steht bei dem aus Ungarn stammenden Bolyai-Wettbewerb das Teamwork im Vordergrund. Ohne eine funktionierende Zusammenarbeit von jeweils vier Schülern wären 14 schwierige Aufgaben innerhalb von 60 Minuten auch gar nicht lösbar. Ob Zahlenknobeleien, logische Probleme, Geometrieaufgaben oder Streichholzrätsel: Die Teams müssen jeweils die richtigen unter fünf Lösungsmöglichkeiten finden. Dass jeweils eine, zwei oder auch alle Optionen richtig sein können, sorgt für einen besonderen Reiz.

In der ersten Runde des diesjährigen Bolyai-Wettbewerbs, der Mitte Januar stattfand, haben sich sieben Teams vom Ammersee-Gymnasium aus den Jahrgangsstufen 5 bis 9 dieser Herausforderung gestellt. Eine der Vierergruppen, bestehend aus den Achtklässlern Lukas Franke, Maximilian Gleiser, Sebastian Lempik und Michael Sigl (Foto), hat sich ganz besonders erfolgreich geschlagen: Sie erzielte den ersten Platz unter allen Teams ihrer Altersgruppe in ganz Deutschland und erhielt eine Einladung zur internationalen Finalrunde, die im Juni in Budapest stattfinden wird.