„Ich war sehr gespannt, wie die Kurzvorträge unserer drei Science Slammer Prof. Dr. Claudia Trepmann, Laura Boltersdorf und Jannes Rückel von den Schülerinnen und Schülern aufgenommen werden,“ berichtet Chemielehrer Max Theuerkorn, Organisator der Veranstaltung. Bei diesem Wettbewerb, der im Februar am ASG stattfand, referierten die Wissenschaftler über ihre Forschung und ließen sich bewerten. Die Meinung von fast zweihundert Zuhörenden wurde in Punkte von 1 (sehr mäßige Darstellung) bis 10 (exzellente, überzeugende Präsentation) umgemünzt.

Große Erdbeben entstehen typischerweise in Tiefen von ca. 10 Kilometern, erläuterte Professor Trepmann, die Vorgänge in diesem Bereich sind daher von großem Interesse. Doch selbst die tiefsten Gesteinsbohrungen erreichen diesen nicht – die Bohrer werden bei den dort herrschenden Temperaturen zu weich. Da hilft ein Blick in die Vergangenheit, so Trepmann: „Jedes Jahr wird im Schnitt ein Millimeter der Erdoberfläche durch Erosion abgetragen, sodass nach 10 Millionen Jahren das Gestein zutage tritt, das damals in 10 Kilometer Tiefe vergleichbare Prozesse durchlief wie heute.“ Untersuchungen von Gesteinen aus diesen Tiefen, etwa unter dem Elektronenmikroskop, mit Dünnschliffen und polarisiertem Licht, erlauben daher Rückschlüsse auf Prozesse im Entstehungsgebiet von Erdbeben, so Trepmann. 

Um Tumorgewebe auf Eigenschaften wie Metastasierung, Bildung neuer Blutgefäße und Tumorwachstum zu untersuchen, kann man dieses nach Entfernen der Eierschale auf der stark durchbluteten Membran (CAM) eines befruchteten Hühnereis kultivieren, so die zweite Slammerin und ehemalige ASG-Schülerin Laura Boltersdorf. Währenddessen wird das Ei über einige Tage warmgehalten (inkubiert). „Sind Tumorzellen vorhanden, so veranlassen sie, dass neue Blutgefäße zu ihrer Versorgung über das Ei gebildet werden.“ Diese Methode ermöglicht es, Medikamente an Gewebeproben zu testen, um so die effektivste Therapie für Patienten zu finden, so Boltersdorf. 

„Auf der Suche nach dem Stein der Weisen, der unedle Metalle in Silber und Gold verwandelt, entdeckte Hennig Brand 1669 das Element Phosphor“, referierte der dritte Wettbewerber Jannes Rückel, ebenfalls ein ehemaliger Schüler des ASG. „Es ist ja naheliegend, 50 Liter Urin wochenlang stehenzulassen und dann so lange einzudampfen, bis ein weißer Festkörper übrigbleibt“, fuhr er ironisch fort. Dieser Stoff versagte als Stein der Weisen, leuchtet aber im Dunkeln, erwies sich als hochgiftig und brandgefährlich. Seine Verwendung in Streichhölzern führte oft zur Selbstentzündung in der Hosentasche und wurde daher rasch wieder verboten.
Heute werden jährlich -zigtausend Tonnen Phosphor weltweit benötigt, beispielsweise für Dünger, Waschmittel und Säuerungsmittel für Getränke. Wie dieser nützliche, aber gefährliche Stoff einfach und schnell in die gewünschten Verbindungen umgesetzt werden kann, erforscht Rückel in der Arbeitsgruppe von Prof. Robert Wolf an der Universität Regensburg.
Das Publikum war fasziniert von Rückels Vortrag und wählte ihn mit durchschnittlich mehr als neun Punkten zum Sieger des Slams.

„Auf unterhaltsame Weise erkennen unsere Schülerinnen und Schüler in diesen Vorträgen beispielhaft die Möglichkeiten der Naturwissenschaften“, betont Schulleiter Alfred Lippl und weist darauf hin, dass zugleich ethische Fragen aufgeworfen werden. „Solch eine unmittelbare Begegnung regt dazu an, sich mit komplexen Abwägungen auseinanderzusetzen, und kann daher den Unterricht über die Naturwissenschaften hinaus bereichern.“