Nach etwa vier Wochen Deutschunterricht zur Epoche des Barock folgte in der Klasse 8 A ein „Event“: Jede Schülerin / jeder Schüler (und ihr Deutschlehrer Dr. Hauck) präsentierte ein kreatives Produkt, das sich mit der Kultur und der Geschichte des 17. Jahrhunderts auseinandersetzte und erzählte dazu von seinen Recherchen. So wurden barocke Festmenüs vorgestellt (mit kalligraphisch gestalteten Speisekarten) und mit den Essgewohnheiten des einfachen Volkes kontrastiert, eigene, von der Mode der Zeit inspirierte Kleiderentwürfe

wurden gezeigt, ein Barockgedicht wurde auswendig vorgetragen und kurz kommentiert, verschiedene Musikstücke wurden (auf dem Flügel oder als Blockflötenduett) zu Gehör gebracht, die detaillierte Architekturzeichnung eines Barockschlosses samt stilechten Parkelementen wurde erläutert, eine kalligraphierte, fiktive fürstliche Schenkungsurkunde wurde vorgelesen, selbst gemalte und gezeichnete Stillleben mit Symbolen der Vergänglichkeit wurden an die Wand projiziert und ein Warnschild vor einem Pesthaus wurde so gestaltet, dass es auch für Analphabeten verständlich war. Höhepunkt des barocken Gesamtkunstwerks war eine Bußpredigt, die der Schüler John-Davira nicht nur aus Versatzstücken barocker Sprache effektvoll komponiert hatte, sondern auch noch, als religiöser Eiferer verkleidet, umwerfend rezitierte. Dem Publikum hielt er (u.a.) vor, dass es der „schwarzen Magie“ der „media socialis“ ergeben sei und dass es sich, kaum dass der Dreißigjährige Krieg vorbei sei, schon wieder in Kriegsspiele vertiefe. Ein unvergesslicher Auftritt!
(Dr. Johannes Hauck)