DokumentationszentrumWie (über)lebt man in einer Trümmerlandschaft? Wie geht man damit um, Teil eines Volkes zu sein, dessen Staat einen geplanten Massenmord an mehreren Millionen Menschen verübt hat? Wie fängt man neu an? Mit diesen und vielen anderen Fragen im Gepäck machte sich die 11. Jahrgangsstufe mit ihren Geschichtslehrern Ursula Kunstmann, Benjamin Winkler und Lucia Kaffka auf den Weg

in das NS-Dokumentationszentrum in München, das erst vor wenigen Jahren eröffnet wurde. Das sagt schon recht viel über das Thema „Vergangenheitsbewältigung“ aus, bemerkte ein Schüler scharfsinnig. Und tatsächlich: Während der drei Workshops zum Thema „Umgang mit der NS-Vergangenheit“ wurde deutlich, dass sich die Landeshauptstadt und viele ihrer Bewohner lange nicht ihrer „braunen Vergangenheit“ stellen wollten. Diese Auseinandersetzung begann natürlich nicht erst mit der Planung des Museums, jedoch ist es bezeichnend – so erklärte einer der Guides –, dass die Reste eines der beiden zugewucherten „Ehrentempel“, die vor dem Gebäude stehen, erst im Zuge der Gedenkstättenerrichtung von ihrem „grünen Mantel des Vergessens“ befreit wurden.
Die Veranstaltung führte die Schüler durch Teile der Ausstellung und in das Lernforum des Museums, in dem man an Computern und interaktiven Medien-Tischen selbst zur NS-Geschichte der Stadt und Einzelschicksalen recherchieren konnte. Teil des Workshops war es jedoch auch, etwas über die nationalsozialistischen Gebäude Münchens und deren spätere Nutzung zu erfahren sowie deren Dimensionen und die monumentale Architektur zu erleben. Und so machten sich die Gruppen mit ihren Guides zu einem kleinen Stadtrundgang auf, die sie z.B. zur jetzigen Hochschule für Musik und Theater und zur „Bayern LB“ führte.
Wer die Ausstellung im Dokuzentrum auf eigene Faust erkunden möchte, kann sich dort auch kostenlos einen Audioguide ausleihen, der Führungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten anbietet. Neben einer Führung zur Fotografie und deren Bedeutung für die NS-Propaganda gibt es z.B. auch spezielle Angebote für Jugendliche bzw. für Kinder.
Lucia Kaffka