Ablenkung durch HandySmartphones spielen im Leben unserer Schüler eine wichtige Rolle. Doch leider werden diese vielseitigen Geräte nicht nur in der Freizeit genutzt, sondern auch in Zeiten, in denen absolute Konzentration gefordert ist. Und hier ist ausnahmsweise einmal nicht der Unterricht gemeint, sondern der Straßenverkehr. 

Eine Umfrage unter Zehntklässlern ergab, dass 94% das Handy schon einmal als Fußgänger im Straßenverkehr benutzt haben, was noch erlaubt ist, aber 78% der Schüler haben Smartphones auch schon auf dem Fahrrad benutzt und damit eine Ordnungswidrigkeit begangen. Sogar 86% der befragten Schüler haben als Mitfahrer erlebt, wie der Fahrer des PKW am Steuer sein Handy genutzt hat, und 28% unserer Zehntklässler erlebten schon einmal eine durch Handygebrauch verursachte kritische Situation im Straßenverkehr. Die so ermittelten Zahlen gelten nicht nur für die Ammersee-Region, sondern entsprechen den deutschlandweit erhobenen Statistiken und zeigen, wie gefährlich die Handynutzung im Straßenverkehr ist. Nach Jahren des Rückgangs oder der Stagnation bei der Anzahl der Verkehrstoten steigen die Opferzahlen wieder.
Diese erschreckende Entwicklung war Grund genug, sich im Rahmen eines Aktionstages am Ammersee-Gymnasium einmal ausführlich mit dem Thema „Augen auf die Straße“ zu beschäftigen. Zielgruppe waren dabei die künftigen Führerscheininhaber, also Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe.
Zu diesem Aktionstag waren hochrangige Gäste geladen. Neben dem Landrat Thomas Eichinger und dem Landtagsabgeordneten Alex Dorow stellten sich der Polizeipräsident von Oberbayern Nord (Günther Gietl), die zuständigen Spitzenbeamte im Kultusministerium (Walter Gremm) bzw. Verkehrsministerium (Hubert Schröder) und eine Richterin am Amtsgericht Landsberg (Monika Peez) den interessierten Fragen der Schülerschaft.Podiumsdiskussion
Sowohl in den Grußworten als auch in der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, wie sehr das Handy unseren Alltag bestimmt, aber auch wie gefährlich die durch dieses Gerät verursachte Ablenkung sein kann. Eine SMS von drei Sekunden bedeutet bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h, dass der Fahrer 42 m im Blindflug unterwegs ist. Es geht also – wie Herr Schröder in seinem Grußwort verdeutlichte – bei der Nutzung von Handys im Straßenverkehr nicht um die Frage von Unterhaltung oder Nicht-Unterhaltung, sondern um die Frage von Leben und Tod. Im Gegensatz zum Handy gibt es bei fehlerhaftem Verhalten im Straßenverkehr keine Resettaste. Sehr eindrücklich schilderte Polizeipräsident Gietl in der Diskussion, dass es zu den schlimmsten Tätigkeiten eines Polizisten gehört, Eltern die Todesnachricht eines im Straßenverkehr tödlich verletzten Kindes zu überbringen.
Toter WinkelDer Aktionstag am Ammersee-Gymnasium beschränkte sich nicht nur auf Grußworte und Podiumsdiskussion: An zehn verschiedenen Stationen konnten sich die Schüler ganz praktisch mit dem Thema beschäftigen. Dazu gehörte neben einem Fahrsimulator, bei dem realitätsnah aufgezeigt wurde, wie gefährlich das gleichzeitige Tippen und Fahren ist, einem Kettcarparcours, bei dem Rechenaufgaben ins Handy getippt wurden, auch ein Parcours mit Rauschbrillen, wo eine weitere Gefahr im Straßenverkehr drastisch aufgezeigt wurde. Andere Workshops beschäftigten sich u. A. mit der Stadt der Zukunft, den rechtlichen Konsequenzen der Handynutzung und den brandgefährlichen Selfies im Gleisbett.
Betreut wurden diese Aktionen von der Landesverkehrswacht, der Polizeiinspektion Dießen und Landsberg, der Gemeinschaftsaktion „Sicher zur Schule – Sicher nach Hause“, dem Seminar Bayern, dem Verkehrsclub „Mobil in Deutschland e.V.“, dem Kultusministerium und der Bundespolizei.